Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Eine/r spricht mit ihrem/seinem Hund.

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Das virtuelle Seminar, lektoriert von Alban Nikolai Herbst, hat schön längst meine Aufmersamkeit auf sich (oder sagt man: zu sich?) gezogen. Vor allem deswegen weil.

moment, ich muss meine brille putzen

So. Wo bin ich liegenstehen geblieben? Ja. Vor allem weil die Nicht-Kurs-Teilnehmer auch daran teilnehmen dürfen. So werde ich – wenn ich des literarischen Spammes wegen denn nicht geblockt werde – werde ich meine Beiträge zuschükken, mögen sie denn in ihrer Unconventialitaet auf die edlen Leser würkken. Und wenn sie die Rahmen doch zu sprengen in Begriff zu sein vermögen sollten, dann werden in meinem Blogge diese Texte doch für (soll es die denn geben) die nächsten Generationen erhalten bleiben.

Heute.

Aufgabe 3:
Jemand spricht mit seinem Hund

Mein Beitrag.

 
weisst du noch, mein lieber, wir gingen – du und ich – die nächtlich öde strasse entlang als der Mann in Schwarz aus dem nebel hervorkroch. nicht, dass er gefahr in sich verbarg, nicht dass er uns gegenüber gewalttätig verhielt, doch er war langsam und du warst schnell und alles war aus.

ich frage mich nun, was war an dieser sturren stunde geschehen? ich vermochte deinen kalten körper nicht anzusehen und wusste nicht mehr, wohin mit sich. die pfoten, wohin tragen die pfoten? hinaus zum felde, über die bächer, durch die wälder, immer weiter und weiter, morgen tag abend nacht, pausenlos weg von hier – deine lebendigkeit wurde dir zum verhängnis, meine achtlosigkeit wurde mir zur strafe, unsere gemeinschaft wurde uns zur einsamkeit.

der Mann in Schwarz, kannst du dich an Ihn erinnern? ich habe fast das gefühl, es gäbe keinen. ich habe fast die vermutung, ich phantasiere. ich habe fast die befürchtung, ich erfand ihn, nur um meine unachtsamkeit dir gegenüber hinter dem schleier der rechtfertigung zu verstecken.

und wenn ich mich nun an diesen nächtlich tiefen abrgund zu entsinnen versuche, dann fällt es mir nichts anderes ein, als die erkenntnis, ich wär der Mann im Schwarz, der üblich schnellen schrittes die engen nächtlichen strassen hindurchkämpft. und du wärst nur ein zeuge, mein zeuge, zeuge der wahn, zeuge des nichts. zeuge, den es nie gab.

ich geh nun fort, dahin, zur morgenröte.
der tag bricht an. 

Quelle: http://virtuellesseminar.blog.uni-heidelberg.de/2008/06/18/die-dritte-aufgabe/

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