Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

3. Juli: Franz Kafka

6 Kommentare

 Franz Kafka, 1913

… Wenn ich etwas sage, verliert es sofort und endgültig die Wichtigkeit, wenn ich es aufschreibe, verliert es sie auch immer, gewinnt aber manchmal eine neue…

Heute habe ich erfahren, Kafka müsse kein Rätsel sein:

Muss gar nicht sein! Weg mit den Oberlehrer-Interpretationen! Ran an die Texte! Und siehe da: Kafka kann lustig sein und nicht nur so bedeutungs-schwanger, wie uns die Gralshüter der Literatur immer wieder weismachen wollen.

Bei Kafka passiert Seltsames, und wo Affen reden und Mäuse singen, kann es nicht nur bierernst zugehen.

http://blog.br-online.de/buecher/index.php?/archives/41-Kafkas-Tag-und-seine-dienstaelteste-Witwe.html

Und nach dieser fundierten und kompetenten literaturwissenschaftlichen Aussage erscheint mir nichts mehr wichtig. Alles hat seine Wichtigkeit verloren. Alles macht nur Spass, ist halt funny und so – auch bei öffentlich-rechtlichen.

Und die lähmende Superfizialität überfällt unsere geöffnete Gesellschaft – auch vor den Türen.
Und wir werden alle happy im Mood, faul im Geiste und beraubt jeder Tiefe zergehen wir an der Eindimensionalität unserer gemütlichen Stereotype…

(Zur Ausstellung @bsolut Privat: http://tagwerke.twoday.net/topics/Station+Frankfurt)

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6 Kommentare zu “3. Juli: Franz Kafka

  1. Dass der Franz Kafka vermutlich eher ein Kasperkopp mit einem Hang zum Grotesken als ein raunender Apokalyptiker war, das schrieb schon der Ernst Pawel in seiner Kafka-Biographie. Ich las den schreibenden Juristen danach völlig neu (Jurist war Kafka nämlich auch, das ‚Schloss‘ kapiert man ohne dieses juristische System der Vorladungen und Terminsetzungen nicht so recht, meine ich). Seither hat sich für mich der quasireligiöse Mystagogen-Qualm um unseren Mann aus Prag verzogen, geblieben ist jemand, der nur die literarische Kunst völlig ernst nahm, den Rest wohl nicht ganz so …

    Dass wiederum die Medienpädagogen versuchen, aus jedem denkbaren Thema ein Wettpupsen in der Spaßgesellschaft zu machen, das wiederum ist ein ganz neues Fass.

    • Stimmt, aus diesem Blickwinkel erscheinen die Kafka-Texte mit einer anderen Meta-Ebene. Das muss ich mal beim Lesen berücksichtigen.

      Das kenne ich von Čechov, der ein Arzt war. Wenn man das im Hintersinn behält, sind seine Erzählungen wie Krankheitsgeschichten.

  2. Ich empfehle dazu „Franz Kafka verfilmt seinen Landarzt“ von Eckhard Henscheid.

  3. Danke. Und genau das stimmt mich melancholisch ein.

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