Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Mein Statement…

21 Kommentare

…bezüglich der drohenden Schliessung des Dadahauses (ursprunglich als Kommentar bei rebell.tv)

Ich merke langsam, dieses Argument der Institutionalisierungsfeindlichkeit der Dadaisten, und das daraus folgende naiv-schadenfrohe „na dann müssen die doch auf den eignen Prinzipien untergehen“ wird populär unter den Ablehnern des Dada-Hauses.

Das erinnert mich an die Aussage der SVP-ler, Dada sei Produkt des Ersten Weltkrieges, sonst nichts. Wie man sieht, man hat nichts von der Kulturgeschichte gelernt, und man möchte auch nicht darüber diskutieren. Man hat vergessen, dass in diesem Haus die Weltweite Moderne sozusagen geboren wurde.

Warum schliesst man denn nicht das Frankfurter Haus, wo Goethe geboren wurde? Spielt doch keine Rolle, denn er hat’s weder gebaut, noch umfunktioniert, nur lediglich geboren. Weil es eine Signifikanz hat. Und wenn das Haus, in dem Goethe lediglich seine Kindheit verbrachte, eine historisch-kulturelle Signifikanz trägt, was ist mit Cabaret Voltaire, das nicht nur eine Geburtstätte der (Post)Moderne ist, sondern die Ideen der Dadaisten bis heute verwirklicht?

Die Schliessung des Dada-Hauses würde bedeuten, man negiere die eigene Kulturgeschichte, man verwerfe die Moderne, man vernichte die Postmoderne und lande lediglich beim mediokren Gewöhnlichen.

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21 Kommentare zu “Mein Statement…

  1. Sehr schöner Kommentar! Sollte es wider Erwarten doch negativ ausgehen, müsst ihr beide (Pocemon und du)das Haus eben besetzen; hier in Blogsdorf wird derweil die Unterstützung organisiert.

  2. Traurig, traurig, wie die NZZ votiert. Dada ist ein derartig kraftvoller Quell für die Moderne, dass es vielmehr bedauerlich ist, dass nur das Dada-Haus in Zürich an diese Vitalkraft erinnert.

    • Ja… meine einzige Hoffnung ist, dass Zürich endlich aufwacht. Denn das Geschlossene kann man nicht wieder öffnen. Und die Schliessung von Cabaret Voltaire hätte keine lokale Bedeutung – sie hätte eine globale Katastrophe bedeutet…

      • Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass die Welt, wie wir sie kennen und gelegentlich schätzen, in einer vom Zusammenbruch des Kapitalismus bestimmten Weise in sich zusammen klappt und Werte neu bestimmt werden.

      • Ja, stimmt… WIr müssen dazu etwas neues erfinden. Dada ist zwar immer aktuell, aber mit neuen Unheilen kämpft man mit neuen künstlerischen Mitteln. Ein Postneodada?

      • Das Web 2.0 ist das eigentlich Neue. Wir müssen Banden bilden, uns eng zusammen schließen und gemeinsam Aktionen durchführen. Die technischen Mittel dazu halten wir ja in Händen.

      • O ja! Lasst uns aktiv werden. Denn Dada 2.0 muss aktiv sein!

      • Bei Pocemon hatte ich schon den Vorschlag einer gemeinsamen Lesung in Zürich gemacht. Vielleicht könnte damit ein klein wenig Öffentlichkeitsarbeit für den Erhalt des Clubs gemacht werden. Ich habe sonst keinen Schimmer, wie wir aus der Ferne konkret helfen könnten. Für meinen Teil würde ich jedenfalls sofort nach Zürich reisen und dort lesen. Was hältst Du davon?

      • Also, ich kann es mir leider berufsbedingt nicht erlauben, nach Zürich zu fahren. Jedoch ich könnte dort präsent sein, wenn man mir einen Monitor zur verfügung stellt, nämlich als ein Videobeitrag 🙂

        Ich meine, ich suche nicht die Öffentlichkeit als Auditorium, doch wenn ich Möglichkeit habe, möchte ich durchaus der Öffentlichkeit wichtige Dinge sagen.

      • Ein Videobeitrag ist eine Super-Idee. Wir sollten die Sache mal konkret durchdenken und mit den Leuten aus Zürich besprechen.

      • Ja, abemacht! Denn auch nicht physisch präsent, können wir trotzdem präsent sein. Ich mache mir mal auch Gedanken über die Videos.

  3. Video ist gut! Dada ist modern, Dada liebt Videos.

    poc

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