Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

"Journalisten, macht mehr Marketing!"

6 Kommentare

chatatkins machte mich an den Jahreskongress der Schweizer Presse aufmerksam.

Und ja, sich was da abspielt, ist schon einer Farce gleich… Seltsamerweise erscheint sogar ein Chef des AxelSpringerAG-Monstrums in einem besseren Licht als seine Kollegen… Er sprach zwar banalen Wahrheiten, aber diese „Wahrheiten“ waren fast wie ein Durchblick im dunklen Walde*…

Denn sonst…

Nur eine Zitat:

Sacha Wigdorovits, Verwaltungsratsdelegierter der Media Punkt AG, machte ansonsten seinem Ruf alle Ehre, indem er „Redaktion und Verlag noch weiter zusammenführen“ möchte und von Journalisten ausserdem „mehr Marketing erwarte, damit sie das Kommerzielle noch besser bedienen können“.

Also dass auf eine so explizite Art und Weise das Unerhörte ausgesprochen werden kann, hatte ich mir noch nie gedacht.

Es gab aber auch durchaus kluge Sätze während des Kongresses. Beispielweise Bernhard Weissberg, Chefredaktor „Blick“, dessen Sarkasmus eigentlich durch die Umstände zu einer neutralen, konstatierenden Aussage geworden ist: „Wenn der Verlegerverband über Neue Medien spricht, lädt er Zeitungsvertreter ein“.

Über weitere Subversivitäten, Grausamkeiten und Feudalismen während des Kongresses lesen Sie bitte hier:
http://www.medienheft.ch/kritik/bibliothek/k08_LudwigWolf_02.html

__________________________
* Man stelle es sich nur vor: man kämpft einen dunklen Wald durch, voller trockner Busche und absolutistischen Tannen, und endlich sieht man zwischen den Bäumen den Ausweg aus dem Walde: ein weites Feld, bis zum Horizont, voller Fabriken und Manufakturen, die den Himmel verdunsten. Keine erfreuliche Perspektive, aber eine Art Ausweg…

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6 Kommentare zu “"Journalisten, macht mehr Marketing!"

  1. Danke für den interessanten Link. Es ist immer noch schlimmer als man schon befürchtet hatte. Und das geldgierige Gesocks wird mit seinen Äußerungen immer dreister.

    • Ja, ich denke, das ganze Marketingbasierte Everything wird schon bal zerplatzen. Denn die Konsumenten (die eigentliche Zielgruppe) sind sensibel, und wenn sie zu Gesrür bekommen, es handle sich beim Bericht um Marketing, werden sie diese Ausgabe weit in die Ecke des Zimmers werfen.

      Denn Marketing könnte vielleicht als eins der Mittel gelten, als Zweck ist es aber völlig ungeeignet.

  2. Interessant und traurig und leider aus der Schweiz.

  3. Wenn einmal die Zeitungen nur noch Marketing sind, werden die Leser keinen Lesestoff mehr haben und die Zeitungen sterben aus und die Marketing-Leute verlieren ihre Arbeit.

    poc

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