Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

eDIT 2009 – Teil I. Stefen Fangmeier

5 Kommentare

Vor einem Jahr, als wir die Hallen des Ewigen Kinematographes aufsuchten, stiess ich plötzlich an Wim Wenders, dem Regiesseur von Paris, Texas und anderen wunderbaren Filmen. Es hat sich herausgestellt, dass in diesen Kinosälen mehrere Tage lang ein einzigartiges Kinofestival der Filmemacher, eDIT, stattfand. Dann habe ich es mir fest vorgenommen, im nächsten Jahr dabei zu sein.

Hier kommen meine Erfahrungen aus dem diesjährigen Fest der Kino-Magier.

Präsentation: Von JURASSIC PARK bis ERAGON. Stefan Fangmeier.

Ja, auch drüben, im Wilden Westen gibt es unsereins in der Filmebranche. Ich meine jetzt nicht Roland Emmerich mit seinen effektehascherischen Blockbuster, die innerhalbt kürzester Zeit entstehen und genau so logisch und in sich geschlossen sind.

Ich meine Stefen Fangmeier, der im Bereich der Visual Effects das weltweite Publikum bereits seit längerer Zeit beeindruckte.

StefenFangmeier
Stefen Fangmeier, © 2009 Penton Media, Inc. (Source)

Zu seinem Portfolio gehören Klassiker wie Terminator 2 (mit dem liquiden Antogonisten), Jurassic Park (mit den damals revolutionären Dinosaurier-Animationen), Casper (eine Halb-Animierte Kindergeschichte, die Stefen Fangmeier in seiner Präsentation doch schnell übersprang, er war wohl nicht ganz zufrieden damit), Twister (eine der wohl eindrucksvollsten Tornado-Dramen), Saving Privat Ryan (Spielberg bekam mehrere Oskars für diesen Film), Signs (der Mystery-Scince-Fiction Thriller von M. Night Shyamalan, den Steffen Fangmeier als einen schrägen Vögel und doch ziemlich stressigen Regisseur charakterisierte), und eine Reihe anderer Filme, die allgemein sofort in den Sinn kommen, wenn über Special Visual Effects die Rede ist.

Alles in allem, auch wenn diese Filme nicht immer in Sachen Plot oder Schauspielerleistung überzeugten, sind sie im Bereich der Visuellen Effekte, für die Stefan Fangmeier verantwortlich war, auf jeden Fall sehr sehenswert.

Stefen Fangmeier arbeitete jahrelang in der sagenumwobenen Industrial Light & Magic, die von George Lucas als eine Visual-Effekt-Firma für Star Wars gegründet war, dann aber ihre Dienste allen anderen Filmemachern eröffnete…

Stefen Fangmeier arbeitete, wie bereits erwähnt, mit berühmten Regisseuren und hatte auch einiges spannendes zu erzählen.

Beispielweise war Steven Spielberg einer der angenehmsten Kollegen. Auch wenn er oft am Set ungeduldig ist, versucht er seinen Kollegen zuzuhören. Ausserdem sei er sehr experimentierfreudig, gleichzeitig aber nicht effekthascherisch. So sind bei Jurassic Park mehrere Szenen durch gemeinsame Experimente mit Graphik entstanden. Doch bei all den eigenen Ideen ist Spielberg doch nicht so penetrant. Als er während der Aufnahmen von Saving Privat Ryan Stefen bat, doch mal für die Propagandaszenen einige in deutscher Sprache verfassten Nazi-Parolen als Audio aufzunehmen (damit es später aus allen Lautsprechern im Film schallt), wollte sich Stefan davon distanzieren, er konnte es einfach nicht aussprechen. Steven hat dann Stefen nicht mehr diesbezüglich belästigt (und fand anscheinend jemanden anderen für diesen Job).

Eragon_Teaser_Poster_10
Eragon, Film-Poster

Nach all den Jahren mit Visual Effects, wurde Stefen Fangmeier eine neue Aufgabe, als Regie, angeboten. Er wurde von 20th Century Fox beauftragt, den Fantasy-Roman „Eragon“ zu verfilmen. Dabei sollte es keineswegs zu einem neuen Herr der Ringe werden, sollte also auf dem Feld des Fantasy neu und revolutionär werden.

Und so erfuhr Stefen Fangmeier alle „schönen“ Seiten des Daseins als Regiesseur. Denn es war schwer, wenn nicht unmöglich, seine eigenen Vorstellungen durchzusetzen.

Beispielweise hat er angefangen zu recherchieren, wo man den Film am besten aufnehmen könnte – damit das Filmstudio mit Preis-Leistungs-Verhältnis, er selbst aber auch mit der Umgebung zufrieden sein könnte. Da es sich um einen Fantasyfilm handelte, sollte die Umgebung entsprechend voller Wälder und Berge sein. Er fuhr mehrmals nach Osteuropa (ein bereits Standart-Aufnahmeort für weltweite Filmebranche), und fand wunderbare Ortschaften in der Slowakei, mit Wald, Nebel und Berg, alles wie es sich gehört.

Als er jedoch schon dabei war, mit seinem Team hinzufliegen, meldete sich 20th Century Fox mit der Bitte, er solle doch besser nach Ungarn fahren, denn, wie Fox ausrechnete, könnte das Studio in Ungarn nicht nur sparen, sondern durch irgendwelche Machinationen auch Steuern zurückbekommen. Also waren die Suchaktionen ziemlich sinnlos. Als er in Ungarn ankam, fand er weder Wald, noch Berg, so dass für die meisten Aufnahmen draussen das Team quer durch Europa reisen musste.

Mit Schauspielern war es auch nicht immer einfach. Mit dem Hauptdarsteller, dem 17-jährigen Edward Speleers (der einen 180.000-Menschen-Casting überstanden und als Darsteller gewonnen hatte), sowie mit John Malkovich war es eine Freude zu arbeiten: sie verstanden alle Regieanweisungen und hatten immer Text im Kopf.

Jeremy Irons (der übrigens seinen Sohn auch dem Casting-Team für die Rolle Eragons erfolglos anbot) jedoch hat eine Diva gespielt. Er vergass ständig seinen Text, und als Stefen Fangmeier ihn einem freundlich bot, mindestens vor den Aufnahmen, den Text genau zu studieren und zu lernen, erwiderte der Star Irons trocken:

– It’s not a fucking Shakespear.

Alles in allem, war Stefen Fangmeier durch diese Erfahrungen als Regie bereichert. Hoffen wir mal auf neue Filme von ihm.

edward_speleers_sword 480px-JohnMalkovich2005Locarno Jeremy_Irons_cropped
Edward Speleers (Quelle) John Malkovich (Quelle) Jeremy Irons (Quelle)

Im Nächsten Teil: Alles, was Sie über Visuelle Effekte wissen wollten.

Advertisements

5 Kommentare zu “eDIT 2009 – Teil I. Stefen Fangmeier

  1. Vielen Dank für diesen wunderbar informativen Eintrag!

  2. Das ist richtig gutes knallhartes Faktenwissen gut und handlich aufbereitet (womit so eine Schnattertasche wie ich ’n Problem hat); ich war nämlich von „Eragon“ äußerst positiv überrascht (nicht nur wegen der rothaarigen Heldengespielin, ahuahuahu), und dieser Hintergrund war mir aber natürlich nicht bekannt…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s