Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Der Neue Merzhaus-Lexikon. M wie Melisma

8 Kommentare

Merzmensch lernt neue Wörter. Und das praktisch jeden Tag.
So, macht er jetzt einen eigenen Lexikon der Neuen Wörter, die Merzmensch gelernt hat, kurz, „Der Neue Merzhaus“.

Heute: Melisma.

Melisma wird von Sängern (vorwiegend Sängerinnen) angewendet, die wahrscheinlich bei ihren Konzerten mit Stundenlohn vergütet werden.

Dieses etwas pathologisch klingende Wörtchen ist nichts anderes, als Sing-Verfahren, bei dem man eine einzige Silbe so lange mit einer ewigen Tonfolge singt, bis man entweder verhungert oder vom Publikum Applaus erntet (daher sind so viele Melismatikerinnen magersuchtig). Das Publikum als Gegenzeichen, liebt Melisma und applaudiert tüchtig bei jeder Melisma-Erscheinung, weil es alle halt so machen. Und da die Sängerin sich so bemüht, muss da auch was emotionales oder aufrichtiges drin stecken. Wer da nicht applaudiert hat Herz aus Stein.

Melisma hat wohl am künstlerischsten Whitney Huston benutzt (vgl. „I will always love you-u-u-u-u-u-u„).

Und hier sehen Sie  Mariah Carey (eine weitere Melisma-Königin), die in der Sendung „Amerikaland sucht den Superstar“ allen Kandidaten ihre Melismen zurechtrückt:

Egal, wie kitschig, hohl und angeblich emotional geladen diese Melisma bei den heutigen Stars und Stärchen auch zu klingen vermag, hat sie doch ganz alte Wurzel: in Gregorianischen Gesängen, und auch in der Afro-Amerikanischen Kirche (wo sie in die Pop-Welt importiert wurde).

Und das wohl berümteste klassische Beispiel für Melisma ist „Gloria„, basiert auf dem französischen Gesang „Les Anges dans nos campagnes„.

Ihr kennt es alle bestimmt.

Glooo-o-o-o-o-ooo-o-o-o-o-ooo-o-o-o-o-oooria in Excelsis Deo!

Da, zum Beispiel.

Ja, das war übrigens Lotti. Sorry, dass ich Euch nicht gewarnt habe vor Lotti. Ich bin kein grosser Fan von Lotti. Man kann aber auch ohne Lotti.

Da, zum Beispiel: ohne Lotti. Wenn auch ohne Melisma.

Das war’s für heute. Ich werde nun mich auf die Suche nach neuen Wörtern beg-ä-ben.

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kennengelernt bei Podcast „Soundcheck“ (WNYC)

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8 Kommentare zu “Der Neue Merzhaus-Lexikon. M wie Melisma

  1. So mag ich Lexika-a-a-aaaaaaaa-aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa-a-a-aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa 🙂

  2. Hat Melisma eventuell auch etwas Melanomartiges, Schwitters2.0?

  3. Bloggen büldütt! – Ich hatte die ganze Zeit so Anwandlungen (ich will nicht schon wieder „Assoziationen“ schreiben, ich bin asozial genug – röchel, röchel, der war gut) von „Melisse“ und „Charisma“ usw.

    Hat Gott Französisch gesprochen? – Ich meine ja nur…

    (… sagt man doch…

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