Merzmensch

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Cloverfield bei Pro7!

16 Kommentare

Am Sonntag dem 18.07.2010 um 20:15 zeigt Pro7 den Cloverfield!

Jetzt mögen Skeptiker einhacken: was soll das mit einem Mainstream Blockbuster?.. Doch die aufmerksamen Leser meines Blogs werden es schon wissen, dass hinter dem Projekt Cloverfield viel mehr steckte als einfach nur Effekthascherei.

Denn JJ Abrams hat mit Cloverfield jede Menge Dinge revolutionalisiert: er hat die virale Campagnen zu einem Film salonfähig gemacht, er hat alle National-Stereotypen gebrochen, und vor allem: er hat eine riesige Fan-Gemeinde gesammelt, die nicht nur mit JJ Abrams-Fännchen und Merchandise herumschwanken, sondern mit Charakteren des Films kommunizierten, Rätsel lösten und sich kreativ und höchst kommunikativ verhielten.

Hunderttausende Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen/Schichten/Berufsfeldern/Altersgruppen schlossen zusammen und nahmen teil an diesem grossartigen Erlebnis hinter dem Film Cloverfield.

Der Film an sich war eine Apotheose der monatelangen Geschichte, die ich nicht mehr Marketing nennen kann, da es sich dabei um viel mehr ging, als nur um einen Film zu vermarkten.

Ganz kurz zum Film, den man einfach sehen muss:

New York wird schon wieder Opfer eines Angriffes. Etwas Unerklärliches, Furcheinflössendes und Riesiges wütet auf Strassen der Grossstadt. Doch diesmal sind es keine Militärs, verrückte Wissenschaftler oder Superhelden, die sich mit dem Monstrum auseinandersetzen. Wir sind es.

Wenn es Euch interessiert, seid Ihr bei der Geschichte dieses einzigartigen Mysteriums herzlich willkommen:

Oder, wenn Euch nur der Film interessiert, hier der Trailer, mit dem alles angefangen hat…

P.S. Ein kleines „meh“ ist nur: die deutsche Synchronisierung ist zu gekünstelt und laienhaft. Ich empfehle daher, den Film im Original zu sehen.

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16 Kommentare zu “Cloverfield bei Pro7!

  1. Na kiek, und wieder eröffnet sich mir ein Schnipselchen dieses eigenwilligen Metiers. Woran erkennst du eigentlich, dass sich dort im weiten All, ach nein, im www ein ARG auftut oder im Gange ist, liegt es an der Eigenwilligkeit des Berichtes, stößt du durch Zufall darauf oder suchst du gezielt?
    Naja, sehr interessant, aber ob ich mir den Film deshalb ansehe, hängt ab von meiner abendlichen Lust oder Unlust, da muss ich schon sehr fersehvergnügungssüchtig sein.
    Noch einen schönen Sonntag, es gibt noch mehr als wie ARG.
    🙂

    • Ja, eigentlich ARG zu Cloverfield war für mich im Jahre 2008 die erste Erfahrung mit diesen transmedialen Projekten. Und seit dem habe ich so etwas wie ein Gespür entwickelt. Geschweige denn, ich werde – als Alumni der alten ARGs sozusagen – persönlich angesprochen und involviert. Und da kann ich einfach nicht „nein“ sagen 🙂

      Ich wünsche auch wunderschönen Sonntag!

  2. Ein großartiger Film! Mit den Werbeorgien auf Pro7 befürchte ich allerdings das Schlimmste…

  3. Hätten sie später zeigen sollen als 20.15 Uhr
    Allein schon weil der Film nicht für Jugendliche unter 12 Jahren zu empfehlen ist.

  4. Habe mir gerade die Aufzeichnung angesehen und bin beeindruckt, wie dieser Film aufgenommen und geschnitten ist. Cloverfield spielt perfekt mit den technischen Möglichkeiten der YouTube-Generation und erweckt einen hohen Grad von Authentizität.

    Du hast in den letzten Jahren viele Details dazu veröffentlicht, insofern hatte ich hohe Erwartungen an das Endprodukt. Dabei habe ich mich nicht in den Sog der Geheimnistuerei ziehen lassen, vielleicht bin ich zu rational-ablehnend an die Kampagne herangegangen, weil (mir) gleich klar war, dass es sich um eine ausserordentlich geschickte, NEUE Form des Marketing handelt.

    Das Genre MonsterHororFilm (oder wie immer es genannt werden will) glaube ich, relativ gut zu kennen. Von 3-D-Filmen der 60er Jahren wie „Creature of the Black Lagoon“ bis hin zum ersten Kinowackeln bei „Earthquake“ habe ich viele Meilensteine gesehen. Cloverfield ist zweifellos ein weiterer Markstein der Geschichte dieses Genres.

    Gefesselt hat mich der Film allerdings nicht. Das Geschehen wird für meinen Geschmack zu stark auf Dialogfetzen („Hast du DAS gesehen?!?!?“ etc.) reduziert. Die Szene in der U-Bahn beispielsweise gerät sehr lang, es ist natürlich klar, dass irgend etwas passieren wird – das dauert dann aber. Die Godzilla-Figur, die mit der Freiheitsstatue wirft, mag als Zitat durchgehen, ist mir aber zu abgedroschen. Und auch die kleinen Spinnenaliens sind konventionell.

    Im Ergebnis ist Cloverfield eine sehenswerte Arbeit, die vor allem durch die Art und Weise des Vermarktens stilprägend sein wird.

    • Ja, da muss ich Dir völlig zustimmen. Der Konzept des Films ist frisch, aber der Film an sich ist nur ein Einblick, nur eine weitere Stufe des Genres. Vielleicht ist es auch sein Wesen: zufällige und vielleicht nicht gerade interessante Leute zu zeigen, die in eine extreme Situation versetzt werden. Bei Helden oder typischen Hollywood-Charakteren wäre sofort ein „Action!“ angesagt, nur hier werden wir mit ganz typischen Vertretern der Party-Gänger konfrontiert.

      Natürlich, ich sah den Film aus einer anderen Perspektive, denn zu diesen Charakteren hatte ich so etwas wie einen persönlichen Bezug entwickelt, und auch wusste ich die Nebengeschichte (die nicht unbedingt für den Film relevant ist, sie ist nur für diejenigen interessant, die über Hintergrunde mehr wissen wollen).

      Zuerst sah ich übrigens diese Marketing-Geschichte als Marketing, nur dann habe ich verstanden, dass es eigentlich viel mehr ist: oft, auch wenn ich das Produkt nicht mag (wie Microsoft in einem andere Fall), die virale Geschichte drum herum ist spannend. So sehe ich nun kommerzielle ARGs nicht als Werbung, sondern als ein Plattform für Schriftsteller, Künstler und Schauspieler, eine Geschichte zu entwickeln und interaktiv mit der Beteiligung des Publikums zu entfalten. So wie all die Renaissance-Künstler, die hatten ja auch ihre Mäzen und Patrone, für die sie ständig Marketing getrieben haben, sind aber viel bekannter als ihre Sponsoren in die Kunstgeschichte eingegangen.

      Aber die nicht-kommerzielle ARGs, das ist, was mich am meisten fasziniert: wenn die Leute entscheiden, eine Geschichte zu erzählen, mit über-starken Feedback seitens des Publikums (denn in Diskussionsforen sehen die Autoren manchmal nicht in besten Farben aus, wenn die Rezipienten an ihnen etwas auszusetzen möchten :-)).

      Drüben, bei http://merzmensch.blogspot.com werde ich auch über die nicht-kommerzielle ARGs berichten, zumal es eine größere Zahl davon gibt.

      Und wer weiss, vielleicht mache ich wieder eine neue ARG.

      • Eine faszinierende Thematik. Technisch frage ich mich allerdings, wie oft das Publikum eine derartige „Wackel-Kamera-Perspektive“ akzeptiert, zumal die Idee des Blicks durch eine Handycam auch schon in ganz „normale“ Filme eingebaut wurde.

        Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was du noch alles ausgräbst und vielleicht sogar produzierst. Deiner enormen Mühe gebührt genießt meine volle Anerkennung!

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