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Charles Avery: Islanders und Onomatopoeia

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islanders-cover-lind Sie reif für eine Insel? Eine wunderschöne und zugleich mystische Insel voller Rätsel? Nein, diesmal meine ich nicht den postmodernen philosophischen Miracle „LOST“. Ich meine Onomatopoeia. So heisst die onomatopoetisch laute und dicht bevölkerte Hauptstadt einer riesigen seltsamen Insel und wurde von Charles Avery mit seiner trocknen Ironie bereits mitte 90ger Jahre entdeckt und penibel kartographiert – in seinem Buch „The Islanders. An Introduction„.

An der Insel angekommen, fand sich Charles Avery in einer Welt voller seltsamen Tiere, die nicht gesehen werden können, Gottheiten, die in Kneipen philosophieren und eine ziemlich abgedrehte Bevölkerung, die es faustdick hinter den Ohren hat.

Die Insel ist aber nur ein Teil eines Planeten, der sich im Nordpol (oder ist es Südpol?) um die Achse „Wittgenstein’s Axiom“ dreht.

Die Welt ist wahrhaftig enizigartig. Und hier sind nur einige Fakten.islanders-Noumenon

  • alle Insulaner sind süchtig nach gekochten Eiern, eingelegt in Gin. In zahlereichen Illustrationen demonstriert Charles Avery diese Abhängigkeit
  • Rechts sehen Sie Noumenon, ein Getier, das noch nie gesehen wurde. Bereits viele Expeditionen und Jagdtours wurden erfolglos veranstaltet, um ihn zu fangen.
  • Pearlbobs und Silverbobs waren ebenso noch nie von Menschenhand gefangen:
    Die wunderschönen Pearlbobs – weil sie zu schnell sind, um gefangen zu werden, und
    die hässlichen Silverbobs – weil sie mit ihrem Kot rumwerfen und Cafés bestehlen, daher hat einfach niemand Lust, sie zu fangen.
  • die Welt ist zugleich pre-modern, modern, und post-modern (mit der gleichen Betonung auf Moder)

Die Kosmologie der Insel beruht auf fünf Postulaten, die schon deswegen schwer nachzuweisen sind, weil die Insulaner mit diesen eigenen Postulaten nicht einverstanden sind.

Die Fünf Postulate

  1. Die Welt hat eine oder zwei Seiten
  2. Die eine Seite der Welt ist genausogleich wie die andere
  3. Je weiter vom Äquator sich der Reisende entfernt, desto kleiner wird er
  4. Der Nordpol und der Südpol sind und sind nicht der gleiche Ort
  5. Die fundamentale Charakteristik der Insel besteht in der Dichotomie der aufgezählter Punkte (und damit sind die Insulaner schon gar nicht einverstanden).

Diese Welt – in besten Traditionen von Swift und Rabelais ist höchst komplex und leider – als Buch, herausgegeben von Verlag der Buchhandlung Walther König – zumindest bei Amazon ausverkauft.

Doch!

Charles Avery kommt mit seinem neuen Werk, „Onomatopoeia, The Port„. Und das Beste ist: er kommt nach Deutschland! Kunstverein Hannover präsentiert nämlich die gleichnamige Ausstellung von Charles Avery.

 

Kunststeckbrief
Was: Charles Avery – Onomatopoeia
Wo: Kunstverein Hannover,
Wann: 28. August-7. November 2010
Medien: Buch

Gute Reise.

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