Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Für die Freiheit! Eine Ode.

16 Kommentare

diese woche
wird unser schönes land
schon wieder etwas demokratischer vielleicht!
denn wenn du nun
aus den händen eines polizeibeamten
dich zu befreien wagst,
dann wirst du hart bestraft:
mit dreier jahre haft
(es war bisher nur zwei gewesen)
und das zurecht:

bedenke nur –

ein polizeibeamter hat ja auch
ein haus im gruenen, pittoresk,
ein kätzchen knurrt im schoss
des polizeibeamten, der umgeben
von liebender familie da sitzt

oh reisse dich ja nicht aus den armen
des polizeibeamten, denn
wenn er nach hause kommt, wird er empfangen
von seiner kinder glöckchenstimmen,
ach wie sie lachen, suess und goldig,
nein, reisse dich aus polizeibeamten armen nicht oh nein

himmel001

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16 Kommentare zu “Für die Freiheit! Eine Ode.

  1. Den Polizeistaat in seinem Lauf
    hält weder Ochs noch Esel auf …

  2. Lummerland ist abgebrannt,
    Verteidigung ist Widerstand.

  3. Was du in deiner Ode schilderst, wei der Polizist seine Kindlein hezrt, nachdem er in Ausübung seiner Pflicht, Kinder, Mütter und alte Leute mit roher Gewalt daran gehindert hat, einen Wert zu verteidigen, das ruft in mir üble Bilder auf, nämlich die von „Brasil“, wo der Folterer sich zwischendurch um sein Kind kümmert. Es ist wohl offenbar so, dass Brutpflege nicht einhergehen muss mit Menschlichkeit gegenüber anderen.

    • Das ist das Ambivalente an der Menschheit – man kann dem eigeneins gegenüber liebst und herzlichst sein, und gleichzeitig die anderen demutigen und quälen. Denn das Problem an dem Menschen ist nur, dass er ein Mensch ist. Und das ist keine Rechtfertigung für seine Untaten, sondern eher Erklärung solcher. An Brasil habe ich auch gedacht – ein Film, der alle Grenzen sprengt!

      • Es hängt wohl immer davon ab, wieviel Brutalität oder Mitmenschlichkeit in einer Gesellschaft Konsens ist. Wenn die Struktur der Gesellschaft gewalttätig ist, dann ist es z.B. für die Familie gut, wenn der Familienvorstand seine gewalttätigen Anlagen freilässt. In einer friedfertigen Gesellschaft, die stets auch das Allgemeinwohl beachtet, sind solche Männer geächtet, soweit sie ihr Gewaltpotential nicht kulturell überformen können. In neobliberralen Gesellschaften sind Egoismus und strukturelle Gewalt prägend, und je stärker das propagiert wird, desto mehr Gewalt wird auch im zwischenmenschlichen Bereich ausgeübt. Es gilt also nicht, einzelne zu verurteilen, sondern einen friedsamen Konsens herzustellen. Das beachtet die politische Klasse kaum noch, denn sie ist wie nie zuvor abhängig von jenen, die die Geldmacht besitzen und deren Regungen asozial sind. Viele Politiker übernehmen deren Denken und handlen entsprechend. Das Schreckliche und Bedrohliche daran ist, dass sie zu dumm sind zu merken, wo überall sie zündeln. Wenn erst einmal die Städte brennen, werden ihnen auch die schärfsten Gesetze nicht helfen oder aber sie müssen zuvor den totalen Überwachungsstaat installieren, ein Mittel, zu dem sie die Bereitschaft fortwährend zeigen.

      • Ja, die Entwicklungen sind sehr signifikant. Die Reformen, die das Land seit den 60ger Jahre demokratisierten, werden eins nach dem anderen abgeschafft. Und die Geldgeber sind von nun an die Hauptcharaktere dieser Komödie namens Politik.

        Übrigens, der hierzulande so kultivierter Individualismus („wir sind keine Masse!“) erweist sich langsam als ein versteckter Egoismus. Denn im Endeffekt geht es jedem nur um sich selbst… Und wenn dies auf die Politik überschwappt, dann gute Nacht.

  4. Ich komme leider nicht umhin, die Klassiker zu zitieren:

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