Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Sarai: Die Wand, die frisst.

6 Kommentare

Die Wand kann stehen. Sie kann auch fallen, wenn sie Mauer ist. Aber fressen kann sie auch. Das ist der Welt seit der letzten Sarai-Aktion bekannt. Denn Lech Grochola untersucht in seinen „Jailed Architects Series“ die nicht-rationale Narrativik des Architektur-Designs.
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Der Designer wird hier völlig von den akademischen Bremsen befreit und verschwindet Foucault-artig auf seinem Arbeitsplatz. Dabei wird „das Professionelle eingekerkert. Und die enthusiastische Vorstellungskraft wiederhergestellt„. Und das ist auch gut so.

Denn, stellen Sie sich vor…

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Kurz, es ist dem Künstler passiert, ein leeres und ziemlich unpersönliches Zimmer zu bewohnen. Ausser Zahnbürste, ein paar Socken und Papst-Bildniss war da nichts. So wurde das Zimmer langsam zu einem Gefängnis.

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Es musste etwas geschehen. Und dann! Vom Menschen versklavte Architektur dürfte endlich die Sau rauslassen. Und so liess der Künstler seinem – anti-egoistischen – Hedonismus freien Lauf – und die Wand machte sich selbständig!  

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Sie fing an, alles um – und in sich herum – zu fressen!

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Sie wucherte zu einem Ungeheuer aus, das gleichzeitig systematisch war.

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Und wunderschön.

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Es entstand eine eigene ungeheuerliche, monströse Logik und das Zimmer verwandelte sich in… in etwas. Oder besser: in jemanden.

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Und es war der Wand schon ziemlich egal, ob sie allein war, oder mit ihrem Schöpfer zusammen, oder gar von Menschenmengen umgeben.


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Denn Menschen kamen. Und haben mit Mühe und Not in die Platform Sarai hineingepasst.

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Kunststeckbrief

Was: Lech Grochola. The Wall
Wo: Platform SARAI, Schweizer Str. 23 HH, 60594 Frankfurt am Main
Wann: bis zum 12. November 2010
Medien: www


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6 Kommentare zu “Sarai: Die Wand, die frisst.

  1. Ungewöhnlich…
    Lass mich überlegen

  2. Besonders eindrucksvoll finde ich das zweite Bild, wo die Anklänge an Pink Floyds „The Wall“ deutlich werden. Im Wilhelm-Busch-Museum Hannover waren kürzlich Arbeiten von Gerald Scarfe zu sehen, der bei The Wall, dem Cover, der Bühnenshow und dem Film die künstlerische Gestaltung gemacht hat. Gerade der Film hat mich wegen seiner Aktualität umgehauen.
    Was die politische Dimension betrifft, wirken Lech Grocholas Arbeiten ein bisschen wie Origami. Sei mir nicht bös.

    • Ja, das stimmt schon, das ist Origami, wildgeworden und fleischfressend. Ich denke, es geht hier eher um die Innenpolitik. Im Sinne von… „innen“.

      Und ja, der Film von Pink Floyd ist faszinierend. Die Wände haben’s in sich.

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