Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Sündenbockzulieferersystem

11 Kommentare

Paranoia, die unsere Politiker so erfolgreich schüren, trägt ihre ersten Früchte.

Ein junger Mann wurde von Gesetzeshüter vor dem Verlassen eines Geschenkpapiergeschäftes aufgehalten, weil, naja…

Auf meine Frage ob sie denken würden ich hätte etwas gestohlen wurde mir entgegnet dass es nicht darum ginge. Sie wurden vielmehr von einer besorgten Bürgerin angesprochen, welche mich auf Grund meiner Musikauswahl verdächtig finden würde. Nun wären sie während der erhöhten Terrorgefahr in Deutschland dazu angehalten worden jedem Verdacht nachzugehen.

Er hat nämlich etwas – o Schreck! – nicht in deutscher Sprache, und – noch mehr Schreck! – mit der orientalischen Musikbegleitung gehört.

Da ist es: geheimes Rezept für Dystopie.

1) Man nehme unreflektive Presse
2) Man fülle sie mit hysterischen Politikeraussagen
3) Man nehme die an der Superfizialität leidenden MitbürgerInnen (beschränkte Weltwahrnehmung, Geschlossenheit gegenüber fremden Kulturen, Fremdsprachphobie)

=> Und da haben wir einen Staat, dessen Bürger einander denunzieren. Als ein Sündenbockzulieferersystem. Eignet sich am Besten für die Kontrolle durch die selbsternannten Autoritäte.

(gefunden bei mizine)
R0015719-l

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11 Kommentare zu “Sündenbockzulieferersystem

    • Ja, allerdings…
      Aber auch 37 reloaded (im Bezug UdSSR)

      • … ich weiß nicht, was da war, ich bezieh mich doch eher auf die Gegend, wo ich wenigstens Menschen kenne (kannte) die hier das erlebten 🙂 (von dort kenn und kannte ich nie jemand aus der Zeit 😦 )

        liebe Grüsse
        Karen

      • Daniil Charms, über den ich schreibe, lebte in der Zeit in Leningrad – er erlebte diese Denunzierungswelle aus dem Jahre 1937 (dieses Jahr ist in der Geschichte der UdSSR besonders schlimm gewesen, was die „Besorgnisse der Mitbürgerinnen und Mitbürger über ihre Nächsten“ anging…)

      • ah 🙂 (übel und was ich wirklich schrecklich find, die „MitbürgerInnen“ haben sich nicht verändert,
        keine Ahnung wie damit umgehen … )

        einen feinen Sonntag Dir
        lg Karen

      • Ich denke, indem wir in unseren Blogs darüber schreiben, können wir damit am besten umgehen 🙂

        Dir auch schönen Sonntag,
        Merzmensch

      • ja irgendwie erleichtert das schon etwas … 🙂 :wave:

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