Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Endzeit-Camping

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Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang!


– wie der Numer-Eins-Hit des Jahres 1954 von Golkowsky-Quartet berichtete.
Doch Schluss mit lustig.
Nicht am 30. Mai, sondern am 21. Mai.

Denn wie Harold Camping, ein Moderator des Christlichen Radiosenders Family Radio vor einiger Zeit prophezeite (und ich zitiere seine deutsche Web-Präsenz):

01

Das Datum sei fest und definitiv (denkt an die Etymologie dieses Wortes nach!). Ausgerechnet wurde das Datum durch die Studien von Bibel (s. PDF auf Deutsch).
Das Ende der Welt sollte in Form der Entrückung (Rapture) geschehen – also wenn ich hier Wikipedia zitieren darf:

Mit dem Begriff Entrückung bezeichnet man in einem mythologischen oder biblischen Zusammenhang das Phänomen, dass eine Person leibhaftig aus der irdisch-konkreten Erscheinungswelt in eine himmlische Sphäre versetzt wird.
Quelle: Wiki.

Viele haben Mr. Camping geglaubt. Und so, am Samstag zogen sich Unmengen weltweit feierlich an, nahmen die letzte Mahlzeit auf Erden und gingen nach draussen, um bequemerweise in die himmlische Sphäre versetzt zu werden (durch die Decke kommt man ja bekanntlich nur schwer durch).

S. NY Daily News:

apo
(c) (Debbie Egan-Chin/News)

Auf dem Bild sehen wir Robert Fitzpatrick, einen von vielen, der auf das Ende der Welt auf Times Square erwartet (Quelle).
Und wartet.
Und wartet.
Und wartet.

Genauso wie auf dem Gemälde „Erwartung“ des Surrealisten Richard Oelze

erw

Quelle: Netschau

Und – faszinierend! – es passiert genau das, was damals, im September 1994 passierte, als Camping die vorherige felsenfeste Entrückung prophezeihte, nämlich:

nichts

Unruhe wächst unter dem Weltende-Empfangskommitee. Denn viele von den Gläubigen haben dem Mr. Camping ihr komplettes Vermögen, ihre Autos und Häuser hinterlassen, denn wer braucht schon diese Dinge da droben?

Doch es gibt keine Antwort, weder von Oben, noch von Herr Camping. Denn der Final Countdown auf seiner Webseite ist bereits abgelaufen:

dayleft

Wo ist das Problem? Das Problem ist lediglich, dass Mr. Camping dem Lied von Golkowsky-Quartett nicht zugehörte. Denn die letzte Strophe lautet:

Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang
wir leben nicht, wir leben nicht mehr lang.
Doch keiner weiß in welchem Jahr
und das ist wunderbar.
Wir sind vielleicht noch lange hier
und darauf trinken wir.

Na dann Prost! P.S. Und vielen Dank an BP für mehrere intertextuelle Hinweise.

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8 Kommentare zu “Endzeit-Camping

  1. Warten wir halt doch noch bis nächste Woche…

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