Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES

Alles ist verbunden

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Glaspalastmerzbau

Ich habe mich schon lange Zeit auf diesen Moment gefreut, Revonnah zu sehen, diese wunderliche Stadt, in welcher Kuwitter aufwuchs und zu einem MERZ-Künstler geworden ist.

Aber das aus vielerlei Hinsicht. Denn

  • hier wohnt Trithemius, mein langjähriger Blogger-Freund.
  • Die Stadt spricht MERZ.
  • Und dazu auch gab es dieses Wochenende eine wunderbare Schwitters-Tagung, über die ich noch schreiben werde.

Doch an diesem Abend traf ich Trithemius, wie er darüber bereits berichtete, in einem Merzbau aus Glas, ein unglaubliches Hochwerkhaus NordLB-Glaspalast (übrigens, NordLB finanzierte die Neusausgabe von Schwitters Werke, aber dazu später).

Es gab wie immer viel zu viel zu besprechen und viel zu wenig Zeit. Wir hatten unter anderem die Künstliche Intelligenz zu Rate gezogen, und zwar „Talk to Transformer“ – mit einem wie immer erheiternem Ergebnis.

Und während wir uns darüber wunderten, fiel mir ein, dass diese KI-Applikation eigentlich auch Schwitters gefallen würde – denn sie beiden (KI und Schwitters) sammeln Medienversatze (hier: Texte) und schaffen daraus etwas völlig neues, indem sie die Grenzen der konventionell veralteten Bedeutung überschreiten.

Lanke Trr gll, oder Vogelbach-Schlosschädiggeschädigigigge (auch bekannt als VG).

3 Kommentare zu “Alles ist verbunden

  1. Das Foto haut mich um, vor allem, weil ich dich beim Fotografieren gesehen und wie du und deine Kamera in den selben Abendhimmel über der NordLB geblickt habe. Vom Bezug zwischen der Schwitterschen Sammel- und Collagetechnik hast du wohl am Abend schon gesprochen, doch es bedurfte noch einmal dieses Hinweises hier, dass ich ihn registriert habe. Ob ich verstehe und benennen kann, wo über die klar erkennbare Gemeinsamkeit (Verbindung) hinaus der Unterschied ist, weiß ich noch nicht.

    • Ich muss ehrlicherweile, diesen Bezug auch noch untermauern. Schwitters erschuf Neues aus Vorhandenem. KI schafft Mimetisches aus dem Gelernten. Wobei es ist leichter, an die Materialurpsrünge bei Schwitters ranzukommen, als an die gelernten Versatzstücke von KI. Und das fasziniert mich übrigens im Fall von KI: es entstehen amalgamatisch unanfechtbare Werke, die man nur als Gesamtheit wahrnehmen kann.

  2. Die immense Vielzahl der Materialursprünge bei KI-Texten, zu denen der Zugang fehlt, ist das eine Problem. Zum zweiten möchte ich eine Episode schildern. Ich habe einige Zeit Flohmärkte besucht, um alte Dudenausgaben zu finden, weil mich die Entwicklung der amtlichen Orthographie seit 1903 interessiert hat. Dann kam eine Ex-Freundin auf die Idee, veschiedene Ausgaben bei Ebay für mich zu ersteigern. Es ist hübsch, jetzt fast alle Ausgaben zu besitzen, aber der Zauber und Reiz des Findens ist verschwunden. Ähnlich hätte Schwitters vielleicht die Lust verloren, wäre er mit einer immensen Fülle von Fundstücken überschüttet worden. Ist nicht das Finden Teil des künstlerischen Prozesses? Und geht nicht etwas Wesentliches verloren, wenn es automatisiert ist?

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