Merzmensch

DADAistisches und dadaLOSES


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Lakrobuchi! Teil 3: Seele der Maschine

Nun wer zum Henker ist endlich dieser Lakrobuchi?!“ Höre ich da bestimmte Misstimmung, liebe Leser? Also, es ist Zeit, alles aufzuklären.

Denn es gibt Collab-Notebook – diese wunderbare Möglichkeit auch für Nicht-Coder, die Künstlichen Intelligenz auszuprobieren (zunächst nur auf Englisch).

Was macht man als erstes bei einer Begegnung mit der Künstlichen Intelligenz? Richtig, man fragt sie, ob sie eine Seele hat. Was auch ich getan habe. Die Antwort war trocken und lapidar:

„Das ist eine seltsame Frage. Und ich versuche einfach, mich dagegen zu wehren, und ich versuche normalerweise sehr hart, dem, was gesagt wird, Wahrheit zu geben und zu sprechen, ohne mich für das zu schämen, was in dem Artikel gesagt wird, wie viele Charaktere es brauchen“.

— The Meme Now Early §9en

Auf den ersten Blick, versucht KI, sich gegen meine Frage nach der Seele zu wehren. Doch nur auf den ersten Blick. Denn das ganze ist als Zitat angegeben. Und als Quelle: „The Meme Now Early §9en„.

Für die Uneingeweihte: Meme ist normalerweise ein Internetphänomen – ein Witz, Satz, Bild, Sound, das sich im Internet verbreitet und Kultstatus bekommt. Manchmal psychologisch nicht nachvollziehbar. Doch wenn man den Blick erweitert, Meme ist ein Topos, ein Running Gag, eine klischeehafte Vorstellung. Zum Beispiel, dass die Künstliche Intelligenz eine Seele (nicht) haben kann („Matrix“, „Ghost in the Shell“, „Blade Runner“ bzw. „Do Androids Dream of Electric Sheep?“).

Wird AI ironisch? Metafiktional? Selbstreflektiv? Indem es die Ablehnung gegen die Identitätsfrage in die Kategorie „Aus der Meme-Sammlung“ positioniert?

Doch lassen wir uns jetzt mit der KI zusammen dichten. Ich wollte die Einhorn-Geschichte fortsetzen, so schlug ich dem GPT-2 folgenden Absatz vor (in Kursiv). Was weiter kam, war Produkt der Künstlichen Intelligenz. Seid bereit für eine seltsame, entsinnte, dadaistische Reise durch die Visionen des Computers. Das englischsprachige Original werde ich in Kommentaren veröffentlichen, für die Referenz.

Es war ein altes Einhorn, das fliegen wollte. Dann kam eine Krähe und sagte zu ihm:

„Lass uns fliegen. Wer bist du?“

Er antwortete: „Lakrobuchi! Und mein Feiertagsmann brachte mir 30 Fackeln“.

Er saß im Yankee-Pavillon, in seiner linken Hand Magnolie und seine rechte spielte La Reine Diné, was einen beliebten aufwärmenden Hot Hop ausmachte. Seine Frau griff nach dem Tisch, um die richtigen Blumen zu platzieren, aber so ist das Leben in diesen ruhigen Gebieten, dass sie nirgendwo zu finden waren. Ich schätze, das politische Gespräch hatte seine Flüssigkeit verloren.

„Nun, dann verbeugt Prinzessin einen Bogen Gerste und mäht das, aóngienenkat.“
„Vesta Falissimón“

Der wilde Ming-Esel war hinter mir.

Plötzlich fühlte ich mich bedroht.

Eine Traumsequenz. Mehrsprachigkeit. Dazu mehrere Fragen:

  • La Reine Diné – wohl ein Musikstück, aus der Traumsequenz des Computers stammend. „La Reine“ = franz. „Die Königin„. „Diné“ ist eine andere Bezeichung für Navajo, das zweitgrösste indianische Volk. Besonders ironisch ist es, die „Navajo-Königin“ in dem „Yankee-Pavillon“ zu spielen.
  • Die Blumen sind in ruhigen Gebieten nicht zu finden, was auch das politische Gespräch seiner Flussigkeit beraubt.
  • Wer ist Feiertagsmann und wieso 30 Fackeln?
  • In welcher Sprache ist „aóngienenkat“ und was bedeutet das?
  • Ming-Esel (Ming Donkey) ist ein Musiker.

Und Lakrobuchi? Dazu konnte ich nichts finden. Die einzige Information über Lakrobuchi, die man mit Google finden kann, ist dieser Blog, den sie gerade lesen.

Wir sind selbstreferenziell geworden, meine Damen und Herren. Die Künstliche Intelligenz versetzte uns in den Zustand der Unendlichkeit.

Schreibt doch in Kommentaren Ihre Textvorschläge (1-2 Sätze). Ich lasse es von der Künstlichen Intelligenz fortsetzen.

Vesta Falissimón!

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Lakrobuchi! Teil 2: Vierhörnige Einhörner

„Wer ist denn dieser Lakrobuchi?“ – werden Sie mich jetzt bestimmt fragen. Wozu die Eile? Ein Bisschen Geduld, bitte. Ich erzähle Ihnen zunächst über die vierhörnige Einhörner.

Wie wir vorhin gesehen haben, hat die Künstliche Intelligenz mit GPT-2 eine neue Stufe der Sprachlichkeit erreicht (zumindest in Englisch).

Nun wie sieht es in der Praxis aus?

Die Forscher von OpenAI haben in ihrem Blog die Texte zur Verfügung gestellt, die mit Hilfe des allumfassend trainierten Modells entstanden sind (zur Erinnerung: das Modell erzeugt so erstaunlich kohärente Texte, dass die Forscher dieses Modell unter Verschluss halten, sie befürchten, das System könnte für falsche Zwecke eingesetzt werden).

Doch was ist falsch an Einhörnern? Das war eines der Beispiele, die ich hier für Sie demonstrieren möchte. Das Orginal (auf Englisch) finden Sie hier. Vergleichen Sie das (fast immer) perfektes Englisch der Künstlichen Intelligenz (und der Einhörner).

Hier ist meine deutsche Übersetzung. Den ersten Absatz haben die Forscher eingegeben (kursiv). Der Rest entstammt dem virtuellen Feder von GPT-2.

In einem schockierenden Fund entdeckte ein Wissenschaftler eine Herde von Einhörnern, die in einem abgelegenen, bisher unerforschten Tal in den Anden leben. Noch überraschender für die Forscher war die Tatsache, dass die Einhörner perfektes Englisch sprachen.

Der Wissenschaftler benannte die Bevölkerung „Ovidsche Einhorn“ nach ihrem markanten Horn. Diese vierhörnigen, silberweißen Einhörner waren der Wissenschaft bisher unbekannt.

Jetzt, nach fast zwei Jahrhunderten, ist das Geheimnis, was dieses seltsame Phänomen ausgelöst hat, endlich gelöst.

Dr. Jorge Pérez, ein Evolutionsbiologe der Universität La Paz, und mehrere Begleiter waren dabei, die Anden zu erkunden, als sie ein kleines Tal fanden, ohne andere Tiere oder Menschen. Pérez bemerkte, dass das Tal einen scheinbar natürlichen Springbrunnen hatte, umgeben von zwei Gipfeln aus Felsen und silbernem Schnee.

Pérez und die anderen wagten sich dann weiter ins Tal. „Als wir die Spitze eines Gipfels erreichten, sah das Wasser blau aus, mit einigen Kristallen oben drauf“, sagte Pérez.

Pérez und seine Freunde waren erstaunt, die Einhornherde zu sehen. Diese Wesen konnten aus der Luft gesehen werden, ohne sich zu sehr bewegen zu müssen, um sie zu sehen – sie waren so nah, dass sie ihre Hörner berühren konnten.

Bei der Untersuchung dieser bizarren Kreaturen entdeckten die Wissenschaftler, dass die Kreaturen auch ein ziemlich normales Englisch sprachen. Pérez sagte: „Wir können zum Beispiel sehen, dass sie eine gemeinsame „Sprache“ haben, so etwas wie einen Dialekt oder eine Dialektik.“

Dr. Pérez glaubt, dass die Einhörner ihren Ursprung in Argentinien haben könnten, wo die Tiere als Nachkommen einer verlorenen Rasse von Menschen galten, die dort vor der Ankunft der Menschen in diesen Teilen Südamerikas lebten.

Während ihr Ursprung noch unklar ist, glauben einige, dass die Kreaturen vielleicht entstanden sind, als ein Mensch und ein Einhorn sich in einer Zeit vor der menschlichen Zivilisation trafen. Laut Pérez: „In Südamerika scheinen solche Vorfälle weit verbreitet zu sein.“

Pérez wies jedoch auch darauf hin, dass es wahrscheinlich ist, dass die einzige Möglichkeit, sicher zu wissen, ob Einhörner tatsächlich die Nachkommen einer verlorenen außerirdischen Rasse sind, die DNA sei. „Aber sie scheinen in der Lage zu sein, auf Englisch ganz gut zu kommunizieren, was meiner Meinung nach ein Zeichen der Evolution oder zumindest eine Veränderung der sozialen Organisation ist“, sagte der Wissenschaftler.

Einige Aspekte dieser Geschichte möchte ich hervorheben:

  • Es gibt keinen Dr. Jorge Pérez an der Universität La Paz, es gibt nicht einmal eine solche Universität
  • Die vierhörnige Einhörner! Ein auratisches Paradox.
  • Dialekt und Dialektik.
  • Die Hypothese über die Genese der Einhörner ist höchst interessant (Kreuzung Mensch&Tier oder gar der extraterrestrische Ursprung)
  • Aber das spannendste ist: nichts desgleichen war im vorgegebenen ersten Absatz enthalten. Das heisst: die Maschine hat alles dazugedichtet.

Es wird langsam klar, wieso sie so schnell zurückgerudert haben und das Hauptsystem unter Verschluss halten. Denn so kann man das Fabrizieren authentisch klingender Texte automatisieren und am Ende erkennt man keinen Unterschied zwischen Spam und Sachlichkeit. Oder? Was denken Sie, werte Leser?

Ach, und wer ist Lakrobuchi? Darüber – im dritten Teil!


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Lakrobuchi! Teil 1: GPT-2, Künstliche Intelligenz, Literatur, Fake News und der Rest

Wer ist jener geheimnisvolle Lakrobuchi? Doch fangen wir lieber ganz woanders an.

Glaubt ja nicht an alles, was in den Nachrichten steht. Gut, nach den Lügenpresse-Meckereien von AfD und Fake News Nörgeleien von Trump, ist es wahrlich schwer, Medienkritik zu betreiben. Man wird dann bezichtigt. Und keiner mag bezichtigt werden. So auch die Wissenschaftler von OpenAI, einer Initiative, die Künstliche Intelligenz erforscht und dem Publikum nahebringen will. Ok, will nicht immer, denn:

Wissenschaftler halten ihren KI-Textgenerator für zu gefährlich – und veröffentlichen ihn nicht.

Dieser etwas reißerischer Titel des Artikels von t3n (sonst äußerst respektable Zeitschrift hierzulande in Sachen Digitales – ich denke gar: die Beste) kann schon wieder die technophoben Ängste hervorrufen. Doch es stimmt nur zur Hälfte.

GPT-2 heisst das Wunderkind. Das stimmt, es produziert außergewöhnlich gute Texte. Und ja, die Wissenschaftler haben das eigentliche Trainingsmodell nicht veröffentlicht. Aber dafür haben sie eine kleinere Demonstration publik gemacht, die jeder ausprobieren kann.

In Kurze: was kann GPT-2?

  • Es kann Texte generieren – ohne bestimmte Vorgaben. Sie schreiben den ersten Absatz, das System schreibt weiter.
  • Es scannt das Internet (und ist z.Z. trainiert an 8 Mio. Webseiten = 40 GB von Texten). 40 GB = 40.000 MB, „Krieg und Frieden“ passt auf 6 Mb.
  • Es gibt zwei trainierte Versionen, die große und die kleine. Um den Missbrauch zu vermeiden, wurde nur die kleine Version veröffentlicht. Sie erzeugt eher chaotischere Texte – durchaus dadaistisch.
  • Es kann auch Texte erfassen und die Fragen zu diesen Texten beantworten – immer korrekt.

Was kann man mit diesem System machen?

Die Forscher erhoffen vom GPT-2 und dessen Weiterentwicklung folgende Vorteile und Nutzen:

  • AI Schreibassistent
  • Verbesserte Chat-Bots und Dialog-Agenten (z.B. für Support etc.)
  • Unbeaufsichtigte (i.e. zuverlässige) Übersetzungen zwischen zwei Sprachen
  • Besseres Sprach- und Sprecherkennungssystem.

Die Forscher befurchten (unter anderem) folgende Möglichkeiten für Missbrauch:

  • Generierung irreführender Nachrichtentexte
  • Imitation anderer und stilechte Identitätsklau online
  • Automatisierung beleidigender Fake News und ähnlicher Inhalte in Sozialen Medien
  • Automatisierung von Spam und Phishing-Inhalte

Daher ist das eigentliche – faszinierende – Text-Modell nicht verfügbar. Dafür die Texte, die das System produziert. Doch darüber – und auch über Lakrobuchi im nächsten Teil!


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Aktuelle Realität (AR) – das neuste Grosse Ding!

Virtuelle Realität (VR) ist nur für Augen und Ohren. Augmented Reality (AR) ist instabil und stürzt dauerhaft ab. Mixed Reality (MR) kombiniert die Vorteile – und Probleme – beider obigen Wahrnehmungstechnologien. Übelkeit (Kinetose) während der Nutzung der Datenbrille, Inkompatibilitäten in Soft- und Hardware, eingeschränkte Bewegungsfreiheit…

Aber es gibt den neusten Schrei, das nächste Big Thing, worüber ich neulich gestolpert bin (eigentlich befindet sich diese Technologie immernoch in der Entwicklung – schon seit sehr langer Zeit):

Aktuelle Realität

Hier gibt es schon die ersten Einblicke in die Technologie (wurde von GreenTV veröffentlicht):

Nun, immerhin ist es ein Werbevideo, hier werden nur die Vorteile vorgestellt. Schauen wir uns dieses Produkt genauer an.

Tolle Erfindung, in der Tat. Visuell beeindruckend. Die Umgebungen sind überwältigend. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal von AR/VR/MR: Alle Ihre Sinne werden beansprucht, um die Aktuelle Realität zu erfahren.

Aber trotzdem gibt es noch einiges zu verbessern. 

Hier sind meine PROs und CONTRAs

CONTRAs 
 👎 Die Kundenbetreuung ist unter aller Kanone. Praktisch nicht vorhanden
Keine Hotline, keine Supportmail, nicht einmal ein Chatbot (man muss alles selbst machen – zum Glück gibt es so viele Tutorials und Videoanleitungen, sonst wäre man verloren). 
👎 Entwickler sind ebenfalls nicht erreichbar
Ich habe immer noch kein Glück, sie mit einigen Anfragen zu erreichen. (Sieht so aus, als wäre ich nicht der Einzige mit diesem Problem).
👎 Keine schnellen Updates
Updates und Aktualisierungen dauern eine Eeeewigkeit, man wird das Gefühl nicht los, man werde den nächsten Upgrade nicht mehr in diesen Leben mitbekommen. (Und alle Ihre Rückmeldungen werden mit Sicherheit ignoriert – suboptimales Kundenerlebnis).

PROs 
👍 Alles ist Crowdsourcing und gemeinsame Arbeit
Eigentlich: aus Not (d.h. fehlender Kundensupport) wurde eine Tugend gemacht). Das gesamte Produkt lebt von der gegenseitigen Unterstützung der Nutzer.
 👍 Faire Open-Source-basierte Lösung 
(die Grenzen werden meist in den Benutzergruppen festgelegt, Sie müssen die Bedingungen intern klären und abstimmen – sehen Sie es als PRO oder CONTRA).
 👍 Immersion
Oh ja. Sie fühlen sich zu 100% in die Aktuelle Realität eingetaucht. Mit all Ihren Sinnen. Wahrscheinlich der unbestrittene Vorteil dieser Technologie.

FAZIT.
Auch bei problematischem Kundensupport – naja, es ist immerhin kostenlos. Keine Testversionen. Keine Abonnements. Aber viele versteckte Kosten, nichtsdestotrotz. Wie z.B. In-App-Käufe, die Sie nicht machen wollten. Und auch andere laufenden Kosten, an die Sie noch nie im Leben gedacht haben. Man musst ständig auf der Hut sein.

Alles in allem, Aktuelle Realität ist immer noch das beste Erlebnis, das es bis heute gibt.


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Dichtivation – Motivation durch Dichtung!

Früher hing man sich an die Wand eine entzückende Pastorale. Mit oder ohne „Et in Arcadia ego“ (je nach dem Grad der Empfindsamkeit  bzw. Schwarzen Romantik). Um sich daran zu ergötzen und der grauen Wirklichkeit zu entfliehen.

Nicolas Poussin – Et in Arcadia ego

Heutzutage sind es Sprüche, Zitaten und Motivationsposter, die einem aufstrebenden Menschen das Gefühl vermitteln sollen, er sei der Herr der eigenen Lage. Und nur ein inspirierender Schubs werde ihn fortbewegen, in Richtung des Lichtes am Ende des Tunnels (das erfahrungsgemäß nichts anders ist, als die Lichter des entgegenkommenden Zuges).

Ein Motivationsposter der 90-ger Jahre ist so aufgebaut:

Auf einem schwarzen Hintergrund findet man ein angeblich inspirierendes Foto in Kombination mit einem vermeintlich ermutigenden Spruch. Dieses minimalistische – und vermutlich anfangs mit Powerpoint erstellte – Genre stellt die Kulmination der Propaganda westlicher Werte dar. Beflügelkitsch zwecks effizienten Malochens in einer Arbeitsstelle.

In den 200x-201x Jahren wurde diese Kunstrichtung von den Kreativen gentrifiziert, aufgeputzt und für die Hipster salonfähig gemacht:

Keine schöden Trauerschwarzrahmen mehr, sondern schöne Stockbilder mit typographischen Spielereien. Die Inhalte bleiben dieselben. Oder desgleichen.

Es gibt mittlerweile reichlich Versuche, diese Motivationspoesie auf die Schippe zu nehmen. Zum Beispiel, @der_businesslion:

Oder „unspirational“ mit blatanten:

„Du bist dumm“ (Source)

Sogar die Künstliche Intelligenz mit „InspiroBot“ führt dieses Genre ad absurdum. Nach jedem Click generiert das System völlig sinnfreie (oder sehr tiefsinnige) Sprüche:

Aberglaube ist zu 50% Schwachsinn, und zu 50% Vorahnung.

Für alle, die englischer Sprache mächtig sind, empfehle ich eine weitere Funktion von InspiroBot: Mindfulness Mode. Hier sanfte männliche Stimme flüstert Dir völlig abwegige Botschaften ins Ohr, begleitet mit schönen Fotoaufnahmen und Entspannungsmusik.

Nicht alle Motivationsposter und Sprüche haben anonyme Urheber. Manchmal werden hier bekannte, geachtete Persönlichkeiten zitiert, zum Beispiel hier:

Doch eine Nische ist nicht gefüllt:

LITERATUR und DICHTUNG

Daher möchte ich dieses Genre erweitern. Und nenne es Dichtivation. Warum? Weil Motivatur bereits von jemandem erfunden wurde (s. google). Und mit Dichtung kann man ebenso motivieren. Oder demotivieren. Oder verwirren. Und beides ist gut.

Also, MERZMENSCH PRÄSENTIERT:

DICHTIVATION

In meinem nächsten Beitrag sehen Sie also die erste Ausgabe dieses Genres. Sie sind sozusagen live dabei, bei der Genese der zukunftsweisenden Kunstrichtung! Sie werden ihren Enkelneffen darüber noch erzählen.

Warten Sie nur ab. Gleich kommt es.


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KI & Kreativität: BigGAN als eine Kreativmaschine

Wahrhaftig, das Jahr 2018 kann als ein Meilenstein bezeichnet werden. Ein Meilenstein in der Geschichte der Kreativität, die mit/von der Künstlichen Intelligenz erzeugt wurde.

Sicher, die ganze Geschichte begann früher, Google Deep Dream war bereits eine Fortsetzung der Versuche, eine Maschine für die Kunst zu nutzen.

Mit der Entwicklung von #AI wurde die Produktion von Kunst durch die digitalen Entitäten zu einer völlig neuen Form – zu einem Zwischenzustand zwischen dem Autor und dem Werkzeug.


Die Versuche, die Künstliche Intelligenz in der Kunstwelt (hier: Kunstmarkt) zu etablieren, wurden im Sommer 2018 berühmt berüchtigt, da ein Künstlerkollektiv Obvious eine von der KI generierte Arbeit bei Christie’s verkauft hat (mit einigen entscheidenden Fragen zum Thema Urheberschaft). Sie haben nämlich einen Code eines anderen KI-Künstlers umgesetzt und monetarisiert.

Wer ist hier der Autor? Der Code-Urheber? Die Code-Anwender? Die Künstliche Intelligenz selbst?

2018 wurde BigGAN (GAN = Generative Adversarial Networks) auch populär und salonfähig. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf diese vielversprechende Entwicklungen werfen.

Forscher, Programmierer, Künstler arbeiten auf der Grundlage von Deep Learning mit TensorFlow (Open-Source-Softwarebibliothek für Datenflussprogrammierung von Google, gut geeignet für Deep Learning) und versuchen, die Neuronalen Netze das Weltbild der Künstlichen Intelligenz visualisieren zu lassen.

Das Beste daran ist, dass Google mit Collaborative Research die interaktive Möglichkeiten zur Verfügung stellt, BigGAN auszuprobieren und zu experimentieren.

In meiner Serie „AI & Creativity“ möchte ich mit Ihnen die neuesten Tendenzen beobachten, neue Werkzeuge ausprobieren und die #AI-Künstler vorstellen.

Ich muss zugeben, es gibt noch einiges nachzuholen, da sich die Dinge so rapide schnell entwickeln. Es gibt noch viel zu zeigen!


Heute: BigGAN als #AI Bilderzeuger

Sie können den TensorFlow und andere Komponenten auf Ihrer lokalen Festplatte installieren (mit etwas Know-how und Workarounds). Aber es gibt auch ein sogenannter „Notebook“, wo man mit dem System live im Browser herumspielen kann, auch wenn man kein KI-Spezialist ist. Hier ist das grundlegende BigGAN TensorFlow Notebook für den Anfang.

Die Bedienung ist einfach:

  • Führen Sie jede Zelle aus, indem Sie auf das Zeichen [>] klicken.
  • Testen Sie die Standardeinstellungen.
  • Probieren Sie aus, was Sie wollen (keine Sorge, Sie machen das Internet damit nicht kaputt)

In der „Kategorie“ finden Sie eine Vielzahl von Motiven und Objekten, die mit BigGAN generiert werden können.

Hier ist, was BigGAN unter „Valley“ („Tal“) versteht:

Nicht schlecht. Abgesehen von einigen seltsamen Artefakten, könnte man glauben, diese Bilder entstanden bei einem Bergspaziergang.

Das System ist „trainiert“ auf großen Mengen von sorgfältig beschrifteten Bilddaten – so auch auf einer Vielzahl Naturfotos. Die obigen Bilder wirken fotorealistisch, auch wenn sie vollständig von Deep Learned neuronalen Netzwerken erzeugt werden.

Also lassen Sie uns tiefer graben.

409) Analoge Uhr („Analog clock“)

Bereits hier schlägt das System bei Details fehl. Wir können buchstäblich sehen, dass es versucht, sein Konzept des angefragten Objekts umzusetzen: „rundlich„, „mit Pfeilen„, „mit Zahlen„. Es wird jedoch nicht simuliert, da im Falle einer Simulation die Zahlen m.E. korrekt dargestellt würden.

Es gibt klare Parallelen zwischen den Versuchen der KI, die Welt zu interpretieren, und der Ideenlehre von Platon:

Ideen oder Formen wären demnach metaphysische Essenzen der materiellen Dinge. Die materiellen Dinge wären Originale, sondern nur Nachahmungen der Ideen/Formen. Oder anders gesagt: ein absoluter Digital Twin.

In diesem Fall sind also die Objekte, die wir Menschen kennen, und die Visionen der von der KI anerkannten Ideen gleichwertig. KI ist nur bestrebt, die Ideen zu erfassen. Was halten Sie davon, werte LeserInnen?

549) Umschlag („Envelope“)

Nun, die Ergebnisse sehen eher aus wie eine Zeichnung oder eine Postkarte als nur ein Umschlag. (Wohl einige Komplikationen bei der Kennzeichnung durch den Menschen). Aber hier sehen wir die KI, die versucht, die menschliche Kreativität darzustellen. Schriften. Gekritzel. Texte, die wir für eine Sekunde für Text halten, dann aber schlüpfen sie einfach weg wie ein schwindender Buchtitel, den wir in einem Traum gesehen hatten. Unser Gehirn arbeitet intensiv daran, die Vision zu verstehen.

Und so lassen wir unser Gehirn mit noch mehr seltsamen erzeugten Bildern verunsichern.

917) Comic Book

Man sieht deutlich die Topoi eines Comics: Superheldenfiguren (Farben wie bei einem Superman), große einprägsame „Buchstaben“ auf dem Cover. Ein Comic-Shop (allerdings ein ziemlich am Boden zerstörtes). Eine Wand mit Comic-Postern darauf.

Dies ist nicht bloß eine Simulation, wie ein Comic aussehen soll. Es ist ein klarer Versuch einer Künstlichen Intelligenz, das Verständnis von Idee und Form der Entität „Comic“ zu visualisieren. Nennen Sie mich esoterisch, wenn Sie es wollen, aber ich sehe hier weit mehr als nur ein Produkt aus Bits und Bytes. Es ist ein Drang, die Welt da draußen zu verstehen.

Meine Serie „KI&Kreativität“ wird fortgesetzt!

Das Basic BigGAN-Tool erlaubt jede Menge weiterer Verrücktheiten, aber schauen wir es uns in unserem nächsten Beitrag an. Wir sehen uns!